Betrüger erbeuten Kryptowährungen mit falschen Support-Anrufen und Phishing-Seiten. Ein Fall aus Pressath zeigt, wie schnell das gehen kann.
Betrüger haben mit angeblichen Sicherheitsproblemen bei digitalen Geldbörsen versucht, an Kryptowährungen ihrer Opfer zu gelangen. Nach Angaben des Polizeipräsidiums Oberpfalz geben sich die Täter am Telefon, per E-Mail oder über Messenger-Dienste als Mitarbeiter von Handelsplattformen, Wallet-Anbietern oder technischen Supportdiensten aus. Sie setzen Betroffene unter Druck und fordern Zugangsdaten, private Schlüssel oder Wiederherstellungsphrasen an. Mit diesen Angaben könnten Unbefugte vollständig auf ein Wallet zugreifen und das Guthaben auf andere digitale Geldbörsen übertragen.
Wie schnell das gehen kann, zeigt laut Polizei ein Fall aus Pressath im Landkreis Neustadt/Waldnaab. Eine 39-Jährige meldete sich am Montag bei der Polizeiinspektion Kemnath, nachdem sie am Nachmittag einen Anruf einer unbekannten Person erhalten habe. Diese habe behauptet, es gebe ein Problem mit ihrer digitalen Geldbörse. Im weiteren Gespräch habe ein angeblicher Support-Mitarbeiter die Frau aufgefordert, ihre Wiederherstellungsphrase mit zwölf Wörtern mitzuteilen. Danach seien Kryptowährungen im Wert eines niedrigen vierstelligen Eurobetrags auf ein unbekanntes Wallet übertragen worden. Die Polizeiinspektion Kemnath ermittelt wegen Betrugs.
Die Polizei rät deshalb zu besonderer Vorsicht beim Umgang mit Kryptowährungen und digitalen Geldbörsen.