Nach jahrelangen Ermittlungen ist jetzt ein professioneller Schleuser nach Weiden überstellt worden, der 2025 im Libanon festgenommen worden ist. Auch der libanesische Präsident war in das Verfahren eingebunden.
Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft in Weiden hatten Jahre gedauert, im August 2025 konnte der Mann im Libanon festgenommen werden. Jetzt wurde ein professionelle Schleuser nach Deutschland überstellt, hinter dem die Weidener Staatsanwaltschaft schon seit mindestens 2021 her ist, wie die Bundespolizei in Waidhaus in einer Pressemitteilung meldet. Er befindet sich in Haft.
Wie die Bundespolizei in Waidhaus meldet, ist der jetzt nach Deutschland gebrachte professionelle Schleuser kein Unbekannter hier. Das Amtsgericht Weiden hatte bereits am 14. September 2021 Untersuchungshaft gegen den Mann angeordnet. Ihm wird vorgeworfen, in 45 Fällen bandenmäßig Ausländer eingeschleust zu haben, wobei er diese lebensgefährlichen Situationen ausgesetzt hat. Insgesamt soll er an der Einschleusung von 829 Personen beteiligt gewesen sein. 580 Personen konnten im Verfahren identifiziert werden. Zur internationalen Fahndung ordnete das Amtsgericht Weiden im Auftrag der Staatsanwaltschaft Untersuchungshaft gegen den Hauptbeschuldigten an, eine sogenannte „Red Notice“.
Zielfahnder der Bundespolizei hatten den Beschuldigten schließlich im Libanon lokalisiert. Durch die enge Zusammenarbeit verschiedener nationaler und internationaler Behörden konnte der Mann im August 2025 im Libanon festgenommen werden, so die Bundespolizei. Die Auslieferung nach Deutschland sei persönlich vom libanesischen Staatspräsidenten Joseph Khalil Aoun genehmigt worden. Am 20. April erfolgte schließlich die Überstellung nach Deutschland.
Zielfahnder der Bundespolizei begleiteten den Beschuldigten über den Flughafen Frankfurt am Main bis nach Weiden. Dort übernahmen Beamte der Bundespolizeiinspektion Waidhaus den Mann und führten ihn am Dienstag (21. April) dem zuständigen Haftrichter vor. Dieser ordnete die Inhaftierung des Beschuldigten an. Unter der Leitung der Staatsanwaltschaft Weiden waren Ermittler der Bundespolizeiinspektion Waidhaus maßgeblich an dem Verfahren beteiligt. Sie arbeiteten eng mit nationalen und internationalen Partnerbehörden zusammen und trugen entscheidend zur Identifizierung und Zerschlagung der Täterstrukturen bei, so heißt es in der Mitteilung.
Im Vorfeld hatten deutsche und rumänische Behörden gemeinsam mit weiteren europäischen Partnern ein weit verzweigtes Schleusernetzwerk aufgedeckt. Dieses organisierte den Transport von Migranten aus dem Nahen Osten über Südosteuropa bis nach Westeuropa – häufig unter lebensgefährlichen Bedingungen in Lastwagen. Insgesamt wurden rund 580 geschleuste Personen identifiziert und mehr als 30 Tatverdächtige ermittelt. Mehrere Beteiligte waren bereits in verschiedenen europäischen Staaten festgenommen und verurteilt worden.
„Der Fall hat eindrucksvoll gezeigt, dass organisierte Schleuserkriminalität nur durch konsequente internationale Zusammenarbeit wirksam bekämpft werden kann. Die erfolgte Überstellung stellt einen bedeutenden Erfolg der beteiligten Behörden dar und ist ein klares Signal der Rechtsstaatlichkeit“, erklärte Staatsanwalt Matthias Bauer von der Staatsanwaltschaft Weiden. Die Staatsanwaltschaft Weiden war als verfahrensleitende Behörde maßgeblich für die Steuerung des Verfahrens verantwortlich und unterstrich die enge sowie vertrauensvolle Zusammenarbeit mit der Bundespolizei und internationalen Partnern. Beide Behörden werden auch künftig entschlossen gegen Schleuserkriminalität vorgehen, so kündigten sie an.