Warum eskalieren Debatten im Netz so schnell? Bei der Langen Nacht der Demokratie am 2. Oktober im Verlagsgebäude von Oberpfalz-Medien geht es um Meinungsfreiheit, Verantwortung und respektvollen Streit.
Wie verändert das Internet die Art, wie Menschen miteinander diskutieren? Warum eskalieren politische Auseinandersetzungen online so schnell? Und was braucht es, damit aus Streit kein persönlicher Angriff wird? Diesen Fragen widmen sich das Evangelische Bildungswerk und Oberpfalz-Medien bei der Langen Nacht der Demokratie am Freitag, 2. Oktober, im Verlagsgebäude in der Weigelstraße 16.
Unter dem Titel „Streitkultur oder Shitstorm? Demokratie im digitalen Alltag“ bringt eine Podiumsdiskussion verschiedene Perspektiven zusammen. Es kommen Stimmen aus Journalismus, junger politischer Lebenswelt, Medienpsychologie, Soziologie sowie Zivilgesellschaft und Bildungsarbeit zu Wort.
Philipp Reich leitet seit 2007 das Jugendmedienzentrum T1 in Tirschenreuth. Der Diplom-Sozialpädagoge beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit Medienkompetenz, Social Media, Künstlicher Intelligenz und verantwortungsvoller Handynutzung. Er bringt die Perspektive aus der täglichen Medienarbeit mit Kindern und Jugendlichen ein.
Christiane Weber ist Pfarrerin in Weiden und ehemalige Lehrerin. Die Mutter von drei erwachsenen Kindern ist überzeugt: „Demokratie kann man lernen“ – und zwar schon früh in Familie, Kindergarten und Schule. Erfahrungen aus der interreligiösen Arbeit haben ihren Blick auf Dialog und Kommunikation auf Augenhöhe geprägt.
Katharina Diertl aus Eschenbach engagiert sich als Orts- und Kreisvorsitzende der Jungen Union für die Anliegen junger Menschen. Sie bringt damit die Perspektive einer Generation ein, für die politische Debatten selbstverständlich auch online stattfinden.
Moderiert wird die Diskussion von Claudia Moser, die zugleich die journalistische Perspektive vertritt. Die Redakteurin arbeitet seit 2022 bei Oberpfalz-Medien und betreut unter anderem das junge Online-Portal Weiden24. Ein Schwerpunkt ihrer Arbeit ist die Vermittlung von Medienkompetenz an Schulen.
Ergänzt wird die Podiumsdiskussion durch Impro-Theater-Szenen, die Situationen aus dem echten Alltag aufgreifen. Das Publikum ist ausdrücklich eingeladen, sich einzumischen und Fragen zu stellen. Die Veranstaltung beginnt um 19 Uhr.
Bereits am Nachmittag lädt das ueTheater e.V. aus Regensburg von 14 bis 17 Uhr zu einem Workshop ein. Gemeinsam entwickeln die Teilnehmenden aus eigenen Erfahrungen oder beobachteten Alltagssituationen Dialoge und Szenen für die spätere Aufführung. Zugleich werden grundlegende schauspielerische Techniken vermittelt, damit sich alle Beteiligten auf der Bühne sicher fühlen.
Zum Einsatz kommt dabei das Forumtheater, eine theaterpädagogische Methode des brasilianischen Theaterpraktikers Augusto Boal. Eine kurze Szene zeigt einen Konflikt, der zunächst ungelöst bleibt. Anschließend kann das Publikum selbst aktiv werden: Zuschauerinnen und Zuschauer können auf die Bühne kommen, eine Rolle übernehmen und ausprobieren, wie sich die Situation verändern lässt.
Für den Workshop sind fünf bis 20 Teilnehmende vorgesehen. Eine Anmeldung ist unter marketing@oberpfalzmedien.de erforderlich.