Läuferisch, technisch, spielerisch, körperlich: Die Blue Devils Weiden waren bei der deutlichen 0:5-Heimniederlage gegen die Kassel Huskies chancenlos. Da staute sich gewaltig Frust auf.
Die Blue Devils Weiden haben am Freitagabend das Heimspiel in der DEL2 vor der Minuskulisse von 1828 Zuschauern in der „Hans-Schröpf-Arena” gegen den Tabellenzweiten Kassel Huskies mit 0:5 verloren. Damit steigt der Druck im Tabellenkeller vor den beiden wichtigen Spielen gegen die direkten Konkurrenten Lausitzer Füchse und die Eispiraten Crimmitschau.
Zwar gab es unter der Woche bei Kapitän Tommy Muck leichte Entwarnung, für einen Einsatz am Wochenende reichte es jedoch noch nicht, sodass er weiterhin ausfiel. Ebenfalls nicht zur Verfügung stand Fabian Voit, der beim Spiel in Kassel hart gefoult worden war. Torhüter Felix Noack befindet sich zwar wieder im Training, gehörte jedoch noch nicht zum Line-up. Die Langzeitverletzten Rubes, Jermain und Filin fehlten ohnehin. Zwischen den Pfosten erhielt erneut Michael McNiven das Vertrauen.
Die ersten zehn Minuten standen in der Fankurve ganz im Zeichen des Protests: Die Fans der Blue Devils verweigerten aus Unmut über die erhöhten Ticketpreise zunächst die Unterstützung und entrollten ein großes Transparent. Als sie danach wieder lautstark hinter ihrer Mannschaft standen, hatten Keck und Rutkowski den Tabellenzweiten aus Hessen bereits mit 2:0 in Führung gebracht. Das erste Drittel entwickelte sich zu einer klaren Angelegenheit für die Gäste, die spritzig, äußerst pucksicher auftraten und einen Klassenunterschied erkennen ließen. Weiden fand offensiv kaum statt, kam nur selten in gefährliche Zonen – und musste in der Schlussminute durch Braun sogar noch das 0:3 hinnehmen.
Im zweiten Drittel wurde es deutlich ruppiger. Bohac und Detsch gerieten aneinander und kassierten nach einem hitzigen „Wortgefecht” jeweils eine Fünf-Minuten-Strafe, wenig später war auch Pokorny in einen intensiven Zweikampf verwickelt. Kassel ließ sich davon jedoch nicht aus dem Konzept bringen. Zwar agierten die Hessen nicht mehr ganz so zielstrebig wie im Auftaktdrittel, behielten aber jederzeit die Kontrolle über die Partie. Weiden fand weiterhin kaum offensive Mittel, während die Gäste ihre Qualität erneut unter Beweis stellten: Garlent vollendete einen sehenswerten Angriff zum 0:4 und sorgte für klare Verhältnisse zur zweiten Pause.
Auch im Schlussdrittel ließen die Huskies nichts mehr anbrennen. Kassel kontrollierte das Geschehen, schnürte die Blue Devils immer wieder im eigenen Drittel ein, agierte dabei aber nicht mehr mit letzter Konsequenz im Abschluss. Weiden blieb offensiv weitgehend harmlos, Shilin im Tor der Gäste war nahezu beschäftigungslos. Knapp drei Minuten vor dem Ende kochten die Emotionen hoch: Ein nicht geahndetes Foul an Vinzens leitete einen Kasseler Angriff ein, den die Huskies eiskalt zum 0:5-Endstand abschlossen. Die wütenden Proteste der Weidener Bank hatten weitere Strafen zur Folge und rundeten einen gebrauchten Abend für die Oberpfälzer ab.
Blue Devils Weiden: McNiven - Pokorny, Kolb, Marusch, Bohac, Schwaiger, Ribnitzky - Ward, Voyer, Gläser, Thal, Schiemenz, Edfelder, Vogt, No. Samanski, Ne. Samanski, Vinzens, Tsekos, Schwarz
Kassel Huskies: Shilin - Bodnarchuk, Wilde, Münzenberger, Schütz, Müller, Detsch, Stadler - Keck, Hoelscher, Valenti, Benson, Garlent, Braun, Rutkowski, Turgeon, Mieszkowski, Bartuli, Weidner, Sager
Tore: 0:1 (9.) Keck (Mieszkowski, Turgeon), 0:2 (10.) Rutkowski, 0:3 (20.) Braun (Weidner, Müller), 0:4 (31.) Garlent (Benson, Hoelscher), 0:5 (57.) Hoelscher (Benson)
Strafen: Weiden 16 + 5 für Bohac, Kassel 8 + 5 für Detsch
SR: Steingross, Singer
Zuschauer. 1828