Die WM-Eröffnung in Mexiko-Stadt wird zur großen Party. Das befürchtete Chaos bleibt aus, stattdessen herrscht im legendären Aztekenstadion Feierstimmung.
Shakira, Beats und ganz viel Party: Mexiko-Stadt hat mit einer halbstündigen Stimmungsshow die Sorgen um den Auftakt der Fußball-WM vorerst beiseite gedrängt und im legendären Aztekenstadion das XXL-Turnier in drei Ländern eröffnet. Traditionelle Kleidung, moderne Pop-Rhythmen und viel Gold prägten die Zeremonie im Fußball-Tempel in über 2.200 Metern Höhe, in dem nach 1970 und 1986 zum dritten Mal eine WM begann.
Nicht mal zehn Minuten nach dem bunten Rasenfeuerwerk betraten die Gastgeber den Platz zum Aufwärmen für den Auftakt gegen Südafrika - 2010 bei der WM trafen die beiden Teams auch im ersten Spiel aufeinander.
Schon bei der Ankunft mit dem Bus wurde die Mannschaft frenetisch gefeiert. Die Hoffnungen auf eine erneute gute Heim-WM sind riesig. Beide Mal vorher erreichte „El Tri“, wie die Auswahl genannt wird, das Viertelfinale.
Noch vor der Eröffnungsshow gönnte sich Mexikos ganz großer Fußball-Held Guillermo Ochoa aber seinen persönlichen Glücksmoment. Minutenlang verharrte er auf dem Rasen, er winkte den jubelnden Fans und genoss sichtlich den Auftakt in seine sechste WM - auch wenn er danach auf der Bank Platz nehmen musste. Trainer Javier Aguirre hatte die T-Frage zum großen Geheimnis gemacht, er entschied sich für den 26 Jahre alten Raúl Rangel von den Chivas aus der heimischen Liga.
Auch Wunder-Teenager Gilberto Mora, der am Eröffnungstag gerade mal 17 Jahre und 240 Tage alt war und damit nur einen Tag älter als Pelé bei seinem ersten WM-Tor 1958, musste zunächst auf der Bank Platz nehmen.
Für die Eröffnungsshow dürften sie wenig Blicke gehabt habe. Eine riesige Plane in hellblau und gelb im typischen mexikanischen Design deckte das komplette Feld ab. Ansonsten glänzte es erstmal golden - die noch teils versteckte überdimensionale WM-Trophäe, eine goldene Bühne und komplett in Gold verkleidete Komparsen. Dazu traditionelle Krieger-Tänzer mit ihrem beeindruckenden Federschmuck, als Sängerin Lila Downs die Fußball-Welt begrüßte: „Willkommen in Mexiko, willkommen zur Weltmeisterschaft 2026.“
Vergessen die teils sogar schwermütige Stimmung nach Streiks und Blockaden und angesichts der Hundertschaften Polizei in der Stadt mit ihren über 20 Millionen Einwohnern in den Tagen vorher.
Jetzt war Zeit für WM-Stimmung. Farbenfroh, lebensfroh - viel Tradition, gepaart mit wummernden Latino-Popklängen und Rap. Mittlerweile war auch für alle sichtbar der FIFA-Schriftzug in die Mitte des Feldes geschwebt, als dann Shakira die WM-Hymne „Dai Dai“ sang und das nächste Stimmungs- und echte Feuerwerk zündete.
Um den reibungslosen Ablauf der Feier und auch des Auftaktspiels zu gewährleisten, wurde eine Sperrzone um das Stadion im Süden der Stadt errichtet. Rund anderthalb Kilometer vorher war Schluss, von dort ging es nur noch zu Fuß, per Rad oder Roller weiter. Nur autorisierte Fahrzeugen durften weiterfahren. Grund dafür waren die Sorgen um weitere Proteste der radikalen Lehrergewerkschaft, die zwei Tage vorher noch das Stadion blockiert hatte.
Zunächst spielte auch das Wetter mit. Auch hier gab es Bedenken, Gewitter waren vorhergesagt. Zunächst schien aber die Sonne auf den Rasen, die Ränge waren voll und die Stimmung gut. Nun musste nur noch auch das erste von 104 Spielen der größten und schon viel kritisierten WM mit horrenden Ticketpreisen oder Visa-Problemen ein Versprechen für ein Stimmungsfest liefern.
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