Die Fußball-WM 2026 läuft seit gut einer Woche. Alle Teams haben sich mindestens einmal vorgestellt. Die großen Favoriten Spanien und Portugal holperten ins Turnier. Anders Harry Kane und die Engländer. Aber ob das so gut ist?
Hat England schon im ersten WM-Spiel den Titel verspielt? Gemeinhin heißt es ja, wer schon am Anfang einer Fußball-Weltmeisterschaft so stark performt, der wird am Ende nichts gewinnen. So ein Niveau durchzuhalten, fünf Wochen lang, das klappt garantiert nicht. Somit haben sich „King“ Kane und Co. mit ihrem starken Auftritt beim 4:2 gegen Kroatien wohl selbst zu Beginn gleich mal ein Bein gestellt.
Das war allerdings schon beeindruckend, wie die „Three Lions“ gegen die alles andere als schwachen Kroaten zugebissen haben. Man kann ja Thomas Tuchel beurteilen, wie man will, aber mit Phil Foden (Manchester City), Trent Alexander-Arnold (Real Madrid) oder Cole Palmer (FC Chelsea) die drei in den letzten Jahren am meisten gehypten Stars auf der Insel zu Hause zu lassen – Halleluja, „the German“ traut sich wirklich was.
Geht’s nach eben diesem „Startgesetz“ bei einer WM, dann haben nach dem ersten Spiel Spanien (0:0 gegen Kap Verde) und Portugal (1:1 gegen die Demokratische Republik Kongo) die besten Chancen aufs WM-Finale. Die Kontrahenten erst einmal ein bisschen in Sicherheit wiegen, bloß nicht schon am Anfang alles zeigen wie die „Angeber“ aus England. Die beiden Teams von der iberischen Halbinsel kommen schon noch. Wobei die Portugiesen dann doch ein großes Problem haben: Cristiano Ronaldo. Wie bringt man einem 41-Jährigen bei, dass er jetzt mit den Jungs, deren Vater er teils sein könnte, nicht mehr so richtig mitkicken kann?
Solche Probleme haben die Deutschen nicht, wobei ja laut „Startgesetz“ ein knalliges 7:1 kein so gutes Zeichen für den weiteren Verlauf ist. Gott sei Dank war es nur Curaçao. Immerhin haben die „Nagelsmänner“ viel Schwung und Euphorie mitgenommen. Eines ist nur blöd, und das merkte man nach dem ersten Spiel erst richtig: Lennart Karl hätte mit seinen erst 18 Jahren beste Chancen auf einen Stammplatz gehabt. Sein Vertreter vorne rechts, Leroy Sané, wirkt manchmal wie ein Fremdkörper im Team. Da darf sich Julian Nagelsmann schon etwas einfallen lassen.
Das gilt auch für das zweite Gruppenspiel gegen die Elfenbeinküste am Samstag. Wie es sich für einen Oberpfälzer gehört, ist „Nene“ Brown mit ordentlich Geschwindigkeit ausgezeichnet. Der Kümmersbrucker wird die linke Abwehrseite zumachen. Auf rechts kann es immer wieder zum Duell des Leipzigers Yan Diomande gegen Joshua Kimmich. Der DFB-Kapitän ist ein starker Fußballer, leider nicht mit größter Schnelligkeit gesegnet. Da können ein paar Vaterunser vorher nicht schaden …