Back to Basics – Warum sauer richtig im Trend ist | Weiden24

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So gesund sind fermentierte Lebensmittel. (Bild: sergign – stock.adobe.com)
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So gesund sind fermentierte Lebensmittel. (Bild: sergign – stock.adobe.com)

Back to Basics – Warum sauer richtig im Trend ist

Hast du schon mal Sauerkraut selbst angesetzt, Kimchi probiert oder Kombucha gebraut? Dann bist du 2026 mitten im Food-Trend: Fermentation bleibt ein zentrales Thema in Küchen, auf Social Media und in der Produktwelt junger Food-Labels.

Doch warum erlebt diese alte Technik der Fermentation gerade jetzt eine solche Renaissance und was genau steckt hinter diesem Trend? LEO erklärt´s dir.

Methoden, Lebensmittel haltbar zu machen. Und gleichzeitig wirkt es erstaunlich zeitgemäß: wenige Zutaten, einfache Prozesse und das Gefühl, etwas wirklich von Grund auf herzustellen. Was früher als Hausfrauen-Küche oder Bio-Laden-Special galt, ist heute ein vielseitiger Trend, der Geschmack, Gesundheit und Kreativität vereint. Vom selbst angesetzten Sauerteigbrot über würziges Kimchi bis zu prickelndem Kombucha.

Was im Glas passiert

Fermentation ist ein natürlicher Prozess, bei dem Mikroorganismen wie Bakterien, Hefen oder Pilze Zucker und Stärke in Säuren, Alkohol oder Gase umwandeln. Diese Umwandlung erzeugt nicht nur neue Aromen, sondern verlängert auch die Haltbarkeit von Lebensmitteln und liefert wertvolle Nährstoffe.

Genauer: Milchsäurebakterien verwandeln Zucker in Milchsäure, während Hefen Kohlensäure oder Alkohol produzieren. Pilze wie in Miso dagegen wandeln pflanzliche Proteine in würzige, bekömmliche Lebensmittel.

Ein paar Beispiele:

  • Sauerkraut entwickelt eine frische, leicht herbe Säure.
  • Kimchi kombiniert Schärfe, Würze und eine angenehme Säure zu einem vielseitigen Beilagenklassiker.
  • Kombucha ist ein leicht prickelndes Teegetränk, das durch einen SCOBY (eine Hefen- und Bakterienkultur) entsteht.
  • Miso – aus fermentierten Sojabohnen oder Getreide – verleiht Suppen, Dressings und Marinaden eine außergewöhnliche, tiefe Würze.

Das Ergebnis ist eine enorme Geschmacksvielfalt, von mild-säuerlich über würzig bis herzhaft – gepaart mit reichlich gesundheitlichen Vorteilen. Gerade diese Vielfalt an Aromen macht Fermentation für viele auch so spannend: Man entdeckt Geschmackswelten, die auf anderem Wege kaum erreichbar sind.

Ein zentraler Grund für den Fermentationsboom ist der gesundheitliche Nutzen. Fermentierte Lebensmittel enthalten lebende Kulturen, sogenannte Probiotika, die das Mikrobiom im Darm unterstützen. Ein gesundes Mikrobiom wirkt sich positiv auf Verdauung, Immunsystem, Entzündungsprozesse und sogar die Haut aus.

Bewusst, kreativ, nachhaltig

Bewusst, kreativ, nachhaltig Fermentation passt in einen Zeitgeist, der Wert auf Herkunft, Qualität und Selbstwirksamkeit legt. Viele Menschen möchten wissen, wie ihr Essen entsteht – und selbst Einfluss darauf haben. Gleichzeitig zeichnet die extreme Nachhaltigkeit Fermentation aus. Sie verlängert die Haltbarkeit von Lebensmitteln, reduziert Abfall und ermöglicht kreative Resteverwertung. Überreifes Gemüse wird zu aromatischem Kimchi, fast vergessene Früchte zu prickelndem Kombucha oder fermentierten Limonaden. In einer Zeit, in der bewusster Konsum immer wichtiger wird, passt Fermentation perfekt in den Lebensstil.

Nachhaltige Vorteile:

  • Nachhaltigkeit:Gemüse, das nicht mehr ganz frisch ist, lässt sich durch Fermentation retten und weiterverwenden.
  • Geschmack: Fermente bringen Tiefe und Komplexität in Gerichte, die oft überraschend vielseitig einsetzbar sind.
  • Ritual:Der Prozess verlangt Geduld und Aufmerksamkeit – für viele eine wohltuende Abwechslung zur sonst schnellen Alltagswelt.

Weniger bekannt:

Neben Klassikern wie Sauerkraut, Joghurt oder Kombucha gibt es viele spannende Alternativen:

  • Miso – die japanische Paste aus fermentierten Sojabohnen, die Suppen, Dressings oder Saucen einen intensiven Umami-Geschmack verleiht.
  • Natto – fermentierte Sojabohnen aus Japan, bekannt für ihre klebrige Konsistenz und probiotische Wirkung.
  • Tempeh – fermentierte Sojabohnen aus Indonesien, ein proteinreicher Fleischersatz.
  • Kimchi Variationen – neben Kohl werden hier auch Radieschen, Gurken oder sogar Früchte fermentiert.
  • Fermentiertes Obst – wie Sauerkirschen, Pflaumen oder Ananas, die eine natürliche Süße mit leichter Säure kombinieren.
  • Fermentierte Getränke – wie Kvass (aus Roggenbrot) oder Wasserkefir, die prickelnd und erfrischend sind.
  • Fermentierte Snacks – zum Beispiel fermentierte Nüsse, Sprossen oder Paprika-Chutneys.
  • Kefir – ein mild-säuerliches, leicht sprudelndes Milch- oder Wassergärgetränk, das durch sogenannte Kefirkörner entsteh – Reich an probiotischen Mikroorganismen.

Fermentation Zuhause

Wer selbst mit Fermentation experimentieren möchte, startet am besten klein. Kimchi oder Sauerteig sind ideal für Einsteiger. Wichtige Grundregeln: saubere Gläser, frisches Gemüse und Wasser ohne Zusätze. Einmal angesetzt entwickeln sich die Aromen über mehrere Tage bis Wochen. Fermentation erlaubt es außerdem, kreativ zu werden und Zutaten nach Geschmack zu variieren: Ingwer im Kimchi, Chili in der Limo oder saisonales Obst im Kombucha.

 
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