Neustart im „Kir Royal“: Julia Kleiner bringt frischen Wind in Weidens Barszene | Weiden24

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Julia Kleiner (30) übernimmt das „Kir Royal” in der Weidener Innenstadt. (Bild: mcl)
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Julia Kleiner (30) übernimmt das „Kir Royal” in der Weidener Innenstadt. (Bild: mcl)

Neustart im „Kir Royal“: Julia Kleiner bringt frischen Wind in Weidens Barszene

Julia Kleiner übernimmt das „Kir Royal“ in Weiden und bringt frischen Wind ins Konzept: weg von der Altmännerkneipe und hin zu einem modernen Treffpunkt.

Julia Kleiner (30) übernimmt das „Kir Royal“ in Weiden und will die Bar neu denken. „Wir wollen weg von der Altmännerkneipe, hin zu einem Treffpunkt wie früher“, sagt Julia. Das Lokal kennt sie besser als die meisten Gäste. „Ich bin hier aufgewachsen. Ich habe alles erlebt.“

Eigentlich sollte ihr Weg ein anderer sein. Nach dem Abitur studierte sie Medizintechnik, aber ganz lösen konnte sie sich nie vom Familienbetrieb. „Ich bin nie rausgekommen“, sagt Julia. Erst mit ihrem Mann fiel die endgültige Entscheidung zur Übernahme. Geplant war dieser Schritt schon 2020, doch Corona, Schwangerschaft und Familienleben verzögerten alles. „Jetzt sind die Kinder alt genug, jetzt mache ich das.“

Neue Ideen für eine neue Generation

Mit der Übernahme bringt Julia frischen Wind in die Bar. Statt nur auf Alkohol zu setzen, geht es ihr um Erlebnisse. Neue Möbel, ein stimmigeres Design und vor allem kreative Drinks sollen das „Kir Royal“ verändern. „Auf der Karte habe ich viele Cocktails selbst kreiert“, sagt sie. Besonders fruchtige Kombinationen mit Maracuja und Cranberry gehören zu ihren Favoriten.

Gleichzeitig beobachtet sie, dass sich das Ausgehverhalten verändert hat. „Früher ging es ums Trinken, heute geht es um gemeinsame Zeit.“ Deshalb setzt sie auf Interaktion. Beim sogenannten „Handyturm“ legen Gäste ihre Smartphones weg. Wer durchhält, ohne es zu nehmen, wird belohnt. „Viele sagen danach: Das war der beste Abend seit langem“, erzählt Julia.

Offenheit statt Tabus

Neben klassischen Barabenden organisiert Julia auch neue Events. Im Irish Pub „Toucan“, einem weiteren Betrieb der Familie, gibt es Spieleabende. Besonders ist aber die „Red Room Party“. Inspiriert von „Fifty Shades of Grey“ schafft sie Raum für Gespräche über Themen, die sonst oft tabu sind. „Das war eigentlich nur als Gag gedacht und dann war der Laden voll“, sagt Julia.

Heute geht es dabei um mehr als nur Party. „Da entstehen Gespräche, die man sonst nicht führt“, sagt sie. Mit Shows, Fotoshootings und offenen Talks will sie Hemmschwellen abbauen. „Jeder lebt diese Themen im Privaten, aber kaum jemand spricht offen darüber.“

Trotz aller Veränderungen bleibt die Tradition wichtig. Die legendäre Weihnachtsparty am ersten Weihnachtsfeiertag soll bleiben, nur moderner und vor allem auch etwas für jüngere Leute. „Wir lassen sie nicht sterben, wir pimpen sie auf“, sagt Julia.

 
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